KURIER WIEN: Dr. Mark Benecke über Hitler, Buchenwald und Menschenhau

Quelle: Kurier / Kurier.TV Wien, 7. Dez. 2025

HERRLICH EHRLICH

Der bekannte Kriminalbiologe und Spezialist für forensische Entomologie spricht über Mord, Spurensuche, Tattoos und Donald Duck.

Von Lisa Trompisch; Fotos: Tobias Steinmaurer 

Foto: KURIER WIEN

Als einer der führenden Kriminalbiologen und Spezialist für forensische Entomologie (Insektenkunde) ist Dr. Mark Benecke (55) mit seiner biologischen Spurensuche maßgeblich an der Aufklärung von Mordfällen beteiligt. Er ist öffentlich bestellt und vereidigt, „das heißt, ich hafte persönlich für meine Gutachten und ich arbeite für jeden.“ 

Ihn interessiert nicht, warum ein Mensch etwas getan hat, sondern wie er es getan hat. „Die Täterinnen und Täter lügen natürlich oft, so wie das auch viele andere Menschen machen. Und da ist dann für das Gericht interessant, herauszukriegen, wer hat wo und wann genau, welche Spur hinterlassen“, so der gebürtige Deutsche in der KURIER TV-Sendung „Herrlich ehrlich – Menschen hautnah“. (Jeden Sonntag um 18:30 Uhr auf KURIER TV)

Die oft schrecklichen Dinge, die er zu sehen bekommt, nimmt er aber emotional nicht mit nach Hause, denn „ich hab nicht gedacht, dass die Welt ein besonders schöner Ort ist. Mich verwundert es nicht, dass Menschen sich schlecht verhalten und dass grauenhafte Dinge passieren.“ Er erwarte nichts anderes. „Es gibt superviel Schönes, es gibt superviel Schlimmes und es gibt alles dazwischen, was eigentlich das Interessante ist.“

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Das öffentliche Interesse an Verbrechen kann er durchaus nachvollziehen. „Es ist doch auch gut, wenn Menschen wissen, dass es verschiedene menschliche Verhaltensweisen gibt und welche menschlichen Spuren es gibt, worauf man schauen könnte. Und in welche Situationen sollte man vielleicht nicht reingeraten? Ich finde das gar nicht so sensationslüstern. Ich finde, es ist ein normales Interesse. So wie man sich auch für Nahrungsmittel interessiert oder irgendwelche anderen Sachen, die mit dem Leben zu tun haben.“

Benecke, der mehr als 25 Bücher geschrieben hat, hält auch viele Vorträge und gibt via Instagram, Facebook, TikTok und Youtube spannende Einblicke in seine Arbeit. Seine Youtube-Ausführung, warum es biologisch gesehen keine „Menschenrassen“ gibt, hat zum Beispiel 1,1 Million Aufrufe.

Er hat auch ein Schädelfragment und das Gebiss, das Adolf Hitler zugeschrieben wird, untersucht. (Was er zu der aktuellen DNA-Analyse, dass Adolf Hitler höchstwahrscheinlich am seltenen Kallmann-Syndrom litt, sagt, sehen Sie im Video oben).

Dem Kriminalbiologen gelang es auch, in einer aufwendigen und selbstfinanzierten Untersuchung zu bestätigen, dass ein Lampenschirm und eine Taschenmesserhülle aus dem KZ Buchenwald aus menschlicher Haut bestehen. 

„Ich hab daraus vor allen Dingen gelernt, dass man die Geschichte noch mal erzählen muss. Wie das passiert, dass Menschen in Lagern landen, zusammengepfercht werden, in Listen aufgenommen werden, in Gruppen eingeteilt werden.“ Er hat jetzt auch Anfragen aus Australien und England bekommen, Gegenstände dahin gehend zu untersuchen.

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Benecke interessiert sich aber auch aus wissenschaftlicher, kriminalbiologischer Perspektive für Vampire. Er ist offizieller Pate für die Vampir- und Zoologie-Bücher in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien.

Und, dass er eine Vorliebe für Tattoos hat, ist offensichtlich. Wie viele er genau hat, kann er nur schätzen. Um die 200 sollten es sein. 

„Meistens verbindet mich das mit dem Ort oder der Person, die das gemacht hat oder mit dem Ereignis, aber es kann sich auch ändern. Im Laufe der Zeit kann alles seine Bedeutung ändern, im Guten oder im Schlechten und so kam es, dass ich am Ende in einer Ausstellung im Völkerkundemuseum in Leipzig gelandet bin. Da kann man mich als 3-D-Modell drehen und dann kommt die Geschichte zu den Tattoos.“ 

Sein Erstes war übrigens eine Eidechse. Er ist Vorsitzender des Vereins ProTattoo e.V. und Ehrenmitglied des Bundesverbandes Tattoo.

Seinen Rücken zieren der Stephansdom und Mannerschnitten. „In Wien gestochen. Das ist einer der vielen Bezüge zu Wien. Vor allem weil es lustig war, weil der Tätowierer dann irgendwann rosa rausnahm wegen der Mannerschnitten. Und ich dachte so, rosa ist eine Farbe, die du normalerweise nicht bei Tattoos hast“, erzählt er schmunzelnd.

Und Benecke ist auch „Donaldist“, sprich hat ein großes Interesse für Donald Duck und Entenhausen. 

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„Donaldisten gehen davon aus, dass alles, was zu sagen ist, gesagt wurde, und zwar durch den Zeichner Carl Barks ( 2000) und durch die deutschsprachige Übersetzung von Dr. Erika Fuchs ( 2005). Das ist so wie die Bibel, der Koran oder irgendwas, wo man behauptet, das stimmt alles. Das diskutieren wir nicht, das ist so gewesen“, so Benecke.

„Es zeigt, wenn du eine Grundannahme nicht prüfst, dann kannst du alles schlüssig erklären und dann kann das auch keiner widerlegen. Das ist auch eine super Übung, dass man in der Kriminalistik und am Tatort keine falschen Grundannahmen macht, denn sonst stimmt zwar alles, hat nur leider nix mit dem Fall zu tun, weil die Grundannahme falsch war, und das ist der schlimmste Sachverständigenfehler, den es gibt.“ 

Noch viel mehr gibt’s im Video oben und am Sonntag um 18:30 Uhr auf KURIER TV.

Future Science: Das Ende der Tierversuche (Film 2026)

Regie & Kamera: Marc Pierschel 

Produzent: Mark Benecke

An der Schwelle zur Zukunft begleitet FUTURE SCIENCE die Wissenschaftler*innen, die mit innovativen Technologien wie KI, Multi-Organ-Chips und 3D-Bioprinting die biomedizinische Forschung revolutionieren und Tierversuche ersetzen wollen.

Steht die biomedizinische Forschung an einem Wendepunkt? Innovative Technologien wie Multi-Organ-Chips, KI, 3D-Bioprinting und computergestützte Modelle haben das Potenzial, Tierversuche zu ersetzen und gleichzeitig präzisere und schnellere Ergebnisse für den Menschen zu liefern. Doch trotz dieser vielversprechenden Entwicklungen werden immer noch zahlreiche Tiere in der Forschung eingesetzt. Sind Tierversuche für den medizinischen Fortschritt wirklich unverzichtbar?

FUTURE SCIENCE begleitet führende Wissenschaftler*innen, die an Ersatzmethoden forschen, und beleuchtet eindrucksvoll das Potenzial dieser tierversuchsfreien Technologien. Was verhindert den Durchbruch solcher Verfahren und welche Interessen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft stehen einem Paradigmenwechsel entgegen?

Der Film hinterfragt kritisch den heutigen Stellenwert und die Notwendigkeit von Tierversuchen. Welche Auswirkungen hat das Festhalten an Tiermodellen auf den medizinischen Fortschritt und die Entwicklung neuer Therapien? Gleichzeitig zeigt er die Vision einer Zukunft, in der wissenschaftliche Erkenntnisse auf soliden und ethisch vertretbaren Grundlagen beruhen, ohne dass Tiere dafür leiden müssen.

2024 haben wir den ersten Teil unseres Films gedreht. Was als kleines Projekt begann, entwickelte sich schnell zu etwas viel Größerem: Während unserer intensiven Recherchen und Dreharbeiten erkannten wir das immense Potenzial von Forschungsmethoden, die Tierversuche ersetzen können. Dieses wichtige Thema möchten wir nun in einem 90-minütigen Dokumentarfilm einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen, um auf die Bedeutung der tierversuchsfreien Forschung aufmerksam zu machen.

Unser Ziel ist es, eine offene Diskussion anzustoßen und zu zeigen, wie entscheidend dieser Wandel für eine zukunftsorientierte Forschung ist. Der Film soll Bewusstsein schaffen und den Weg in eine tierversuchsfreie Zukunft ebnen.

Wir werden FUTURE SCIENCE 2026 in die Kinos bringen und anschließend auf DVD, Blu-ray und als Download veröffentlichen.

Gemeinsam können wir etwas bewegen - für die Wissenschaft, für die Tiere und für unsere Zukunft.

FUTURE SCIENCE richtet sich an alle, die sich für eine ethisch vertretbare, effizientere Wissenschaft und eine Zukunft ohne Tierversuche interessieren. Unser Ziel ist es, Wissenschaftler*innen von morgen zu inspirieren, politische Entscheidungsträger herauszufordern und die Wissenschaft transparenter zu machen. Wir sind überzeugt, dass FUTURE SCIENCE das Potenzial hat, eine breite Debatte über Tierversuche anzustoßen und die Dringlichkeit eines Paradigmenwechsels in der Forschung zu unterstreichen.

Wir sind uns bewusst, dass Tierversuche ein komplexes und umstrittenes Thema sind. Manche Menschen glauben immer noch, dass Tierversuche für den medizinischen Fortschritt notwendig sind, obwohl es zahlreiche Beispiele dafür gibt, dass die Ergebnisse von Tierversuchen nicht auf den Menschen übertragbar sind. 

Moderne tierversuchsfreie Methoden sind effizienter und genauer als Tierversuche und können schneller zu verlässlichen Ergebnissen für uns Menschen führen. Der Film soll dazu beitragen, das Bewusstsein für die Problematik von Tierversuchen zu schärfen und politische Entscheidungen zu beeinflussen. 

Hagel-Hof Tierrettung

→ Lebenshof Gut Weidensee

→ Land der Tiere

Schallplatten-Cover "Krätze" 🤘

Der hervorragende Dahli hat es wieder getan und mich in eine Zeichnung eingebaut 👨‍🎨 »Hallo Mark. Unser "Krätze"-Album ist fertig und hat seinen Weg bereits ins Presswerk gefunden. Release ist am 13.03.26. Der Song "Fäulnis & Verwesung" (feat. Mark Benecke) ist darauf enthalten und du (zusammen mit unseren zahlreichen anderen Gästen) auf dem Albumcover. Liebe Grüße: Thorsten "Dahli" Dahlhaus« 

Friedhofs-Regeln & - Ruhe

Quelle: Deutschlandfunk Kultur, 25. Nov. 2025, 19:30 Uhr, 29:57 Minuten

Leben Geschichte Friedhofsregeln: Streit um die letzte Ruhestätte

Illmer, Julia, Lang, Norbert

Das Grab von Entertainer Dirk Bach auf dem Melaten-Friedhof: Immer wieder bringen Fans kleine Figürchen vorbei oder haben auf einer rosa Bank am Grab eine 'Audienz beim Mausekönig'. Die Stadt Köln ließ alle Bänke entfernen.

Immer mehr Menschen wollen ihrer Angehörigen am Grab individuell gedenken. Andere nutzen Friedhöfe als lebendige Orte im urbanen Leben und als grüne Oasen in grauen Städten. Welche Bedeutung hat Pietät heute? Wie viel Leben wollen wir auf Friedhöfen?

Aus dem Podcast “Zeitfragen. Feature”

Mit Mark Benecke

Time is up (Frühjahr 2026): Neue Umwelt-Messungen

TIME IS UP: Die neuesten Messungen zu Hitze, Fluten & Arten-Sterben. Mark Benecke fackelt nicht lange und zeigt uns knallhart, dass wir die ökologischen Deadlines unserer Erde nicht nur erreicht, sondern bereits krachend überschritten haben. Schluss mit Ausreden und Verdrängung: Der „Herr der Maden“ macht klar, dass wir den Planeten nur noch retten können, wenn wir radikal umdenken. 📍18. Januar 2026, Kino Museum Tübingen 🕖 19:30 Uhr 👉 Komm vorbei, bring Freund:innen mit! Tickets hier → https://tuebinger-kinos.de/.../live-vortrag-time-is-up.../ « 

Foto: Beat Mumenthaler

Dr. Mark Benecke & Klimaliste Baden-Württemberg  

Gleichgültigkeit trifft Wahn: "Serienmörder haben das Gefühl für ihre Umgebung verloren"

Quelle: ntv.de, 20.Dez. 2025, 17:35 Uhr

Von Anna Kriller

Seit mehr als 20 Jahren ist der Kölner Kriminalbiologe Mark Benecke in wissenschaftlichen Forensik aktiv. (Foto: Benecke.Com)

Foto: Mark Benecke

Serienmörderinnen und Serienmörder schockieren mit ihren grausamen Taten und fesseln gleichzeitig die Öffentlichkeit. Doch was verbindet Täter wie Ted Bundy, Charles Manson und Jeffrey Dahmer? Kriminalbiologe Mark Benecke über die Psyche von Serienkillern.

Sie jagen, foltern, vergewaltigen und töten ihre Opfer, essen sie teilweise sogar - und das reihenweise: Serienmörderinnen und Serienmörder faszinieren, und das nicht erst, seit True-Crime-Podcasts die Spotify-Charts anführen und Netflix Dokuserien aus den Horrortaten von Ted Bundy oder Jeffrey Dahmer macht. 

Wie sehr die schockierenden Fälle rund um Serienmorde der vergangenen Jahrzehnte Menschen weiterhin in ihren Bann ziehen, zeigt die wegen hoher Nachfrage kürzlich verlängerte Ausstellung "Serial Killer" in Berlin. Hier erhalten Besucher seltene, wissenschaftlich fundierte Einblicke in die Arbeit internationaler Ermittlungsbehörden sowie psychologische Hintergründe zu den Täterinnen und Tätern. Kuratiert wurde die Ausstellung unter der Leitung von Forensiker und Kriminalist Dr. Mark Benecke. Sein Ziel: die Mechanismen hinter schweren Gewaltverbrechen zu ergründen, denn: "Wenn wir Serienmorden vorbeugen wollen, müssen wir die Täterinnen und Täter verstehen".

Blickt man beispielsweise auf die Serienmörder Jürgen Bartsch, Charles Manson und Ted Bundy, scheint es — abgesehen vom schlussendlichen Tod ihrer Opfer — keine allzu großen Gemeinsamkeiten hinsichtlich ihres Vorgehens und ihrer Motivation zu geben: Während der deutsche "Kirmesmörder" Jürgen Bartsch in den 1960er Jahren vier Jungen missbrauchte und sie anschließend tötete, gab der Sektenführer Charles Manson im Sommer 1969 offenbar lieber Morde bei seinen Anhängern in Auftrag. Der charismatische Serienmörder Ted Bundy täuschte sein Umfeld jahrelang und konnte so zwischen 1974 und 1978 mindestens 30 junge Frauen in mehreren US-Bundesstaaten ermorden. 

Was also verbindet sogenannte "Serienmörder", abgesehen von dem Begriff selbst? "Serienmörderinnen und Serienmörder haben das 'gute Gefühl' für ihre Umgebung verloren", sagt Mark Benecke im Vorwort zur "Serial Killer"-Ausstellung. "Sie sind einsam, jedoch nie verrückt. Sie können klar und ehrlich sein in dem, was sie zu wollen glauben - zu sich und zu anderen. Doch sich unsozial ausprägende Persönlichkeitsstörungen plus Geradlinigkeit: Das ist eine fiese Mischung."

Dass es überhaupt zu diesem Verlust des Gefühls für die Umgebung kommen könne, sei bereits im Gehirn von Serienmörderinnen und Serienmördern angelegt, erklärt Benecke im Interview mit ntv.de. "Da sie nicht den Schutz einer liebevollen Umgebung als Kind erfahren, 'blüht' ihre unsoziale Persönlichkeit vollends auf: Sie denken nur an sich, fühlen nur für sich. Andere sind bloß 'für sie' auf dieser Welt. Da die Täterinnen und Täter bindungsgestört sind, wird es nicht besser: Sie erleben keine schönen Momente gemeinsam mit anderen, sondern nur mit Opfern."

In seinem Vorwort zur "Serial Killer"-Ausstellung nennt Benecke dazu ein Beispiel: "Wie sehr die Täter mehr als alles andere beziehungsgestört sind, zeigt sich am deutschen Jungenmörder Jürgen Bartsch. Er hatte Kerzen nicht etwa stets im Gepäck, um seine Opfer zu foltern. Nein, Bartsch wollte seinen Opfern ein Lichtlein in der Dunkelheit gegen ihre kindliche Todesangst geben. Bei den Befragungen wollte Bartsch zunächst nicht zuzugeben, seine toten Opfer geküsst zu haben oder gar nekrophil zu sein, bis die Bindungsstörung ungewollt aus ihm herausplatzte: Er hatte sich sehr wohl an den Leichen der von ihm zu Tode gefolterten Kinder zu schaffen gemacht, aber nur, weil diese Art der schlimmst möglichen Bindung für ihn so unendlich angenehm war. Er wollte den für ihn schönen, befreienden und beruhigenden Moment genießen."

Der Grundstein für die gestörte Persönlichkeit von Serienmörderinnen und Serienmördern werde bereits früh gelegt. "Alles im Gehirn verändert und entwickelt sich in der Kindheit und Jugend, auch durch die Umgebung: Die Nerven werden beim Wachstum je nach Erbgut und Erfahrungen mit der Umwelt 'verdrahtet'", sagt Benecke. 

Die für Serienmörderinnen und Serienmörder typischen selbstbezogenen und unsozialen Persönlichkeitsmerkmale seien also von Anfang an da, können aber auch durch gute Erfahrungen abgeschwächt werden. Es gebe laut dem Kriminalisten zum Beispiel auch Berufe, in denen Menschen mit diesen Merkmalen arbeiten können, "etwa als knallharter Boss in einem durch und durch gruseligen Arbeitsfeld".

Das passt auch zum Unrechtsbewusstsein von Serienmörderinnen und Serienmördern. Sie haben es Benecke zufolge zwar, es sei ihnen aber völlig egal. "Unrecht gegen andere wirkt nicht unangenehm auf sie, es hält sie nicht vom Lügen, Töten, Brandschatzen oder Foltern ab." In Gesprächsaufzeichnungen etwa mit Ed Kemper, Richard Ramirez, Luis Garavito oder Jeffrey Dahmer lasse sich dies gut erkennen. "Die Täter reden darin ganz ehrlich, solange sie möchten, und beschreiben sachlich, wahr und manchmal sogar mit einem gewissen Staunen, was sie so alles 'geschafft' haben." Unaussprechliche Handlungen werden dabei fast alltäglich und selbstverständlich geschildert. "Das ist vermutlich auch der Hauptgrund, warum sie so gehasst werden.

Dieser Hass dürfte den meisten Serienmörderinnen und Serienmördern allerdings völlig egal sein. Etwas, das diese laut Benecke nämlich ebenfalls gemeinsam haben, sei zum einen "eine vollkommene Gleichgültigkeit gegenüber dem, was ihre Opfer fühlen und wünschen". Und zum anderen - und da wird ihnen die Faszination der Öffentlichkeit vermutlich gut gefallen — "glühender Größenwahn". 

Die Aussagekraft fehlender biologischer Spuren

Quelle: Kriminalistik, 12/2025, Seiten 670 bis 676

Kristina Baumjohann & Mark Benecke

Der Artikel kann hier in einem Jahr vollständig gelesen werden. Bis dahin liegen die Rechte beim Herausgeber.

Verringerte Anzahl von Veranstaltungen

Guten Tag, ahoi und hallo — 

wegen der krassen, ständigen, täglichen, unplanbaren Verspätungen und Zug-Ausfälle bei Bahnen und Bussen haben ich die Anzahl der Veranstaltungs-Termine stark (auf ungefähr ein Drittel) verringert.

Daher kann ich deine Veranstaltung derzeit nicht berücksichtigen. 

Es tut mir wirklich leid. Ganz ernst gemeint, ohne Zuckerguss.

Die Deutsche Bahn meldet, dass die derzeitigen Schwierigkeiten bis 2070 gelöst sein sollen; hoffen wir, dass es nicht so viele Jahrzehnte dauert.

Sehr herzlich und alles Gute und danke für dein Interesse ✨ — 

Mark



Clues of violence in human tissue: death of a homeless man

Source: Rom J Leg Med (2025) 33: 183–189; DOI: 10.4323/rjlm.2025.183

By Kristina Baumjohann, Mark Benecke

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Abstract: A homeless man died during an attack by two other men due to three fatal chest stab wounds. The single and double-edged knives resp. their blade lengths did not correspond to the stitch channel depths. These channels had both pointed and blunt wound angles.

We were commissioned to investigate whether the dimensions of a stabbing channel allow conclusions to be drawn about the dimensions of the tool causing the stabbing and whether conclusions can be drawn about the number of cutting edges of the stabbing tool on the basis of a stitch channel. We carried out our investigations on the basis of a detailed summary of the known sources.

Keywords: stab wound, forensic biology, knives, wound angles.

CASE DESCRIPTION

According to police reports, two men attacked a homeless man, each with a knife. As a result, the victim suffered several stab wounds to his body; three chest stab wounds were fatal for him.

During a police search of the apartment, the murder knives were found in the kitchen sink of one of the attackers. The men’s legal representation asked us whether these knives could have caused the wounds to the victim, as the blade lengths of the knives did not appear to correspond to the stab insertions depths (Table 1), and the chest insertions had pointed and blunted wound angles. This would serve to classify the forensic findings. As we also work forensically with bloodstains, we agreed to provide an expert opinion [1-3].

The knives, described in the file as daggers, were described as follows:

- Dagger 1: 9.5 cm inside length, handle length 8 cm, blade sharpened on both sides (double-edged)

- Dagger 2: 9.5 cm inside length, handle length 8 cm, serrated blade and back of the knife (single-edged).

No information on the width of the knife blades was found in the files, but a blade width of approx. 1.2 cm could be estimated from blurred photos (Fig. 1). In the following report, we refer to the terms “length”, “width” and “depth” of a stab wound as shown in Fig. 2. For example, the length of a stab wound should not be confused with the depth of the insertion but refers to the length of the incision wound on the surface of the skin or organ.

We should check here in the sense of inclusion/exclusion of the knives found whether: a. the dimensions of a stab insertion allow conclusions to be drawn about the dimensions of the implement that caused it and b. the number of cuts made by the instrument can be deduced from a stab insertion.

As there was no other option for the client to get advice and it was a classic criminal investigation topic, we agreed to work on it.

Definitions of terms and information

Stab wound

In the case of a stab wound, a stab insertion is created by cutting through the tissue with a pointed or tapered implement that is mainly guided vertically to the surface of the body [6].

Cutting injury

In the case of a cutting injury, sharp longitudinal tissue cuts are created where an implement is guided parallel and/or tangential to the surface of the body [6].

Cleavage lines/Langer’s lines

Langer’s cleavage lines were described in 1861 by the Austrian anatomist Karl Langer with reference to an observation by the physician Guillaume Dupuytren; they are therefore also known as Langer’s lines. They correspond to the natural alignment of the collagen fibers (elastic fibers) of the dermis (dermis, located directly under the epidermis) [7]. Their arrangement in individual skin areas varies; they run in the direction of the least elasticity of the skin (Fig. 3).

The shape of the stabbing implement in the skin/organ created at the moment of impact can be changed by skin tension and the direction of the cleavage lines (Fig. 4). Injuries in the direction of the cleavage lines are less gaping, as the skin is stabbed in parallel to the elastic fibers. If these fibers are cut crosswise, however, a gaping wound occurs [6]. A gaping, slit-shaped skin incision can also be caused by a circular stabbing implement owing to the dependence of the wound shape on the position of the incision in relation to the cleavage lines [5, 7].

Byard et al. (2005) describe two cases in this regard [10]: In case 1, owing to the rectangular shape of the wound, a rectangular or square tool is initially assumed to be the cause of the wounds (Fig. 5). As the skin tension ceased after death, the stab wounds changed during the autopsy and resembled “typical” knife wounds (Fig. 5). In case 2, circular defects turn into slit-like defects due to skin tension (Fig. 6).

Triangular and square objects, on the other hand, tend to leave characteristic, i.e. triangular or square, wounds (Figs. 7, 8) [7].

Reconstructions and classifications to objects

The classification of an implement used to cause an injury is difficult and sometimes not clearly feasible. It is therefore wrong to assume that stabbing implements without a cutting or sharp edge leave cross-sectional wound openings on the skin or organs. Circular tools, for example, do not necessarily leave circular injury patterns: A circular instrument can leave a slit-shaped opening in the skin that is initially indistinguishable from a knife wound (compare cases of [10]). The shape, length and width of the skin slit are based on the cleavability of the skin cut and thus on the alignment of the Langer’s lines (see also Figs. 3, 4) [9].

Reconstruction of the implement’s shape based on the wound

Wound angles are often characteristically shaped (Fig. 9): Single-edged, incisal wound angles are pointed. Knives with a rounded, angular or V-shaped back often leave a bifurcated (forked) wound angle (Figs. 7, 8, 10) [5].

However, this kind of bifurcated wound angle on the side of the implement’s cutting edge can also be caused by an (even slight) change in the blade axis during insertion, as the knife has changed its position as it is removed. This means that in these cases it is no longer possible to deduce the shape of the instrument from the stab wound or the angle of the wound [5, 6] (Figs. 10, 11). If a knife is used to make several piercings one after another, the same knife may leave first a stab and then a cut in the skin. The overall appearance of the wound can vary and depends on the course of the Langer’s lines.

Sometimes it is even difficult to tell whether the stab wounds were suicidal or caused by another person [14]. The shape of a stab wound may allow conclusions to be drawn as to whether the knife had one or two cutting edges (Fig. 12). However, if this cannot be clearly determined from the stab insertion and the injury, this does not mean that the knife was not double-edged or single-edged [7].

Single-edged knives with sharp back edges that are not cutting edges can cause wounds that are indistinguishable from wounds caused by multi-edged stabbing implements [9].

A wide knife back leaves a square or blunt wound angle due to its wider “cutting” side and an acute angle through the actual cutting side (Figs. 8, 13). The wide wound angle can tear open in a jagged manner with a very wide knife back. In this kind of case, it is difficult to draw conclusions from the shape of the injury as to the shape of the blade or the stabbing implement (Figs. 10, 14) [7].

If the instrument is rotated or pulled out on a different axis after piercing, it becomes even more difficult to draw conclusions about the shape of the implement; the edges of the wound may be serrated, triangular or wing-like in shape, etc. [7] (Fig. 11). As a rule, knives with a serrated edge or a forked tip rarely leave a clearly identifiable wound shape on the skin. If the insertion line runs along a bone, for example, this can result in conspicuous scratch-like abrasions arranged next to each other with similar spacing [5]. This is illustrated in Fig. 15: Here the knife edge was guided parallel to a rib so that the edge of the knife grazed the rib and the wavy pattern of the knife edge was reproduced on the rib and also in the tissue. The exact shape of the wound angle can often only be determined during the autopsy when the existing skin tension is relieved and joined together by pushing it together [5].

Reconstruction of the blade width based on the length of the incision

The measured length of the incision on the skin or organ surface does not necessarily indicate the width of the knife blade (Fig. 16). The reason for this is that the angle of entry can be diagonally different to the position of the cleavage lines (see above). With fixed knives, for example, the stab wound (the skin incision) is usually longer, but can occasionally appear narrower [9] (Fig. 12).

If the skin is additionally cut when the knife is pulled out of the wound – for example by movements of a body/the bodies and/or the blade during the act of crime – the stab wound is longer than the width of the blade; more precise information can be obtained from the three-dimensional (!) shape of the incision channel (Fig. 2) [6].

If the insertion implement is rotated during the stabbing, this can reduce the length of the incision opening. It can be dovetail-shaped, triangle-shaped, banana- or boomerang-shaped, polygonal, etc, (Figs. 10, 11). These shapes can arise when a horizontal movement sequence is added to a vertical one (Fig. 12) [5].

A tapered blade has different widths between the tip and the handle (Fig 17). If the entire length of the knife is not inserted into the body, the length of the incision channel will not correspond to the maximum width of the knife (Fig. 16) [5].

Reconstruction of the blade length based on the length of the stab insertion

The longitudinal axis of a stab wound is often not straight, owing to the movements usually carried out during the execution of the crime. The blade can sever tissue fibers of adjacent muscle groups in a contracted state: The tissue gapes apart. During the autopsy, however, the formerly contracted fibers are relaxed; the wound channel is interrupted by intact tissue layers or is interrupted in its longitudinal axis [5].

The ability of the skin to return (so-called retractability) to its normal state of tension (= resting state) must also be taken into account: If a knife is pulled out of a wound, the stab insertion can be a few millimeters shorter than the knife blade. The retraction is again dependent on the position of the incision in relation to the Langer’s lines and the elasticity of the tissue.

If the victim is stabbed with great force, the stab insertion can be longer than the length of the blade of the instrument used to commit the crime, as the tissue is pressed in and deformed by the forceful and rapid stabbing [5, 6, 8] (Fig. 18). This applies in particular to stabs in the abdominal area [5, 7]. It must also be taken into account that the knife is not always pushed in all the way to the handle [5, 7]. In this case, the stab insertion appears shortened compared to the examined blade.

The stab insertion can also appear angled if the muscles and connective tissue shift during the stabbing; sometimes the end of the stab insertion can no longer be determined [7].

Since stab insertions are measured during autopsy on bodies in a straight, stretched, relaxed and motionless position, they may not be comparable to the body position during a crime. However, statements about the course of the stabbing in soft tissue (from top to bottom, from bottom to top, etc.) depend on the posture of the victim and perpetrator at the time of the stabbing [7]. Stabs from top to bottom are often found mainly on the head, shoulders, upper body or thighs; stabs from bottom to top, on the other hand, are found in the abdominal and groin region [5].

CONCLUSION

Can conclusions be drawn about the dimensions of a dagger from the dimensions of a stab insertion?

It is sometimes possible to deduce the number of blades (here: sharpened on one or both sides) of a knife from the shape of the stab wound. However, if the stab insertion and injuries are not sufficiently distinct, it is not possible to determine whether the knife was double-edged or single-edged. Sometimes there are also three blades [11].

There are many factors that influence the dimensions (length, width, depth) of a stab insertion. These factors include the course of the cleavage lines at the incision site, the shape of the implement, a change in the blade axis during stabbing, movements of the bodies of the victim and/or perpetrator, multiple (stabbing) in one place, the combination of stabbing and cutting during the execution of the stab, the state of tension and relaxation of the skin/tissue while alive and dead, and the ability of the skin to be compressed and relax (ability to retract).

Wounds caused by single-edged knives with sharp back edges (which are not cutting edges) can resemble stabs from multi-edged stabbing implements too closely. It is then impossible to tell which implement with how many blades caused the stab wound.

Conflict of interest

The authors declare that they have no conflict of interest.

References

1. Benecke M, Barksdale L. Distinction of bloodstain patterns from fly artifacts. Forensic Sci Int. 2003;137:152-159.

2. Benecke M, Reibe S, Baumjohann K, Gulinski S, Wetzel W, Schmidt K, Preßler K, Lebküchner I, Streckenbach M. Zur Morphologie langsam beschleunigter Blutauftropfspuren [Morphology of low- velocity impact stains produced from single drops of blood]. Arch Kriminol. 2012;230(1-2):42-54.

3. Benecke M. Sicherung und Auswertung schwieriger Spuren: Blut-Schwitzen (Hämhydrose, Hemhidrosis) [Securing and evaluating difficult traces: blood sweating (hemhydrosis, hemhidrosis)]. Kriminal. 2019;6:364-368.

4. Zimmer G. Prüfungsvorbereitung Rechtsmedizin [Exam preparation in forensic medicine]. 2nd ed. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG; 2009.

5. Eisenmenger W. Spitze, scharfe und halbscharfe Gewalt [Pointed, sharp and semi-sharp force.]. In: Brinkmann B, Madea B, editors. Handbuch gerichtliche Medizin [Handbook of forensic medicine]. Berlin, Heidelberg, New York: Springer; 2004.

6. Madea B. Rechtsmedizin. Befunderhebung, Rekonstruktion, Begutachtung [Assessment, reconstruction, evaluation]. 3rd ed. Berlin, Heidelberg: Springer; 2015.

7. Mueller B. Gerichtliche Medizin [Forensic medicine]. Berlin, Göttingen, Heidelberg: Springer; 1953.

8. Cox HTT. The cleavage lines of the skin. Brit J Surgery 1941;29(114):234-240.

9. Prokop O. Lehrbuch der gerichtlichen Medizin [Manual of forensic medicine]. Berlin: VEB Verlag Volk und Gesundheit; 1960.

10. Byard RW, Gehl A, Tsokos M. Skin tension and cleavage lines (Langer’s lines) causing distortion of ante- and postmortem wound morphology. Int J. Legal Med. 2005;119:226-230.

11. Kiehne K. Das Flammenwerferattentat von Köln-Volkhoven [The flamethrower attack in Cologne-Volkhoven]. Arch Kriminol. 1965;136:61-75.

12. Gall JAM, Boos SC, Payne-James JJ, Culliford EJ. Forensic medicine: color guide. New York: Churchill Livingstone; 2003.

13. Madea B, Dettmeyer B. Basiswissen Rechtsmedizin [Basic knowledge of forensic medicine]. Heidelberg: Springer Medizin; 2007.

14. Neumann M, Grellner W. A complex suicide with over 250 sharp force injuries and falling from height. Leg Med. (Tokyo) 2025;75:102631.

15. Pollak S, Saukko P. Atlas of forensic medicine. CD-ROM. Amsterdam: Elsevier; 2003.

Forensic entomological examination without a corpse

Source: Rom J Leg Med (2025) 33: 210–215; DOI: 10.4323/rjlm.2025.210

By Kristina Baumjohann, Mark Benecke

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Abstract: In an apartment, the previous tenant had died. His decomposition fluid had seeped into the wooden floorboards of the old building over a long period of time. The next tenant sent us samples of the wood and various insects that had come from the apartments’ floor. There was a noticeable decomposition odor in the apartment. The landlord wanted to immediately sublet the apartment and denied both the presence of the decomposition smell and a connection between this and the presence of the insects. We had to clarify whether the discoloration in the wooden floor was caused by seepage of corpse fluids and whether the appearance of the insects was related to the deceased previous tenant. The species composition of the insects and an ammonia test was indicative of the presence of at least decomposition fluid which may have come from a corpse.

Keywords: forensic entomology, forensic biology, stains, insects, decomposition.

CASE DESCRIPTION

The client had rented an apartment in which the previous tenant had died and been lying dead on the wooden floor in the apartment for a long time. The wooden floorboards there were discolored. There was a noticeable corpse odor in the apartment. Our client repeatedly found various insects in the now empty apartment. The landlord did not want to commission any extensive renovation work, as is usual in the city in question, owing to the housing shortage – he wanted to rent the apartment out again immediately. He stated that: - There was no corpse odor; only a smell of sanded wood. - The visible stains could have been caused by any liquid, e.g. coffee. - The flies found in the apartment had come from outside by chance, had not developed in the apartment and were not attracted by the decomposition smell of the deceased. Insect and wood samples were obtained to clarify whether the discoloration in the wooden floor was caused by corpse fluids seeping into it and whether the occurrence of the insects was related to the deceased previous tenant. We were able to establish a connection between the appearance of the insects and the corpse fluid that leaked and seeped into the wooden floor (and far below).

MATERIAL AND METHODS

Insects

Insects were examined with a stereomicroscope binocular (Leica MZ12.5, max. 100x) and identification keys [1-5].

Floorboards/odor

Due to the time pressure and suffering of those affected, it was not possible for us to inspect and take samples on site. However, we had photos and a video of the apartment in very good quality. The samples of the wooden floorboards were each packed airtight in three-layer Ziploc bags, with another small airtight bag with wooden material inside.

Each sample of those samples was sent to us in a glass jar (Fig. 1). Some of the wood material had a distinctly dark, charred-looking discoloration (Fig. 2). The wood samples consisted of smaller and slightly larger pieces of wood (Fig. 3).

Ammonia test

A rapid ammonia test (Bosike/Like Sun Company, Essen, Germany) was conducted to exclude coffee and as an indication of putrification liquid [6, 7]. Therefore, a small piece of a darkly discolored area of the wooden floor was swirled in 3 ml of sterile water (disposable vial, AddiPak Company), and put in a sterile, DNA-free centrifuge tube (Greiner Company) for a few minutes (Fig. 4). The ammonia test strip was dipped into it.

RESULTS

Insects

The samples contained the following insect groups and species: - Flesh flies of the genus Sarcophaga spec. (Fig. 5); - Blow fly of the species Calliphora vicina (Fig. 6); - Carpet beetles (skin beetles), probably of the genera Attagenus spec. and Anthrenus spec. (Dermestidae) (Fig. 7); - Larder beetle larvae (Dermestidae) (Fig. 8); - Chalcid wasps, probably of the family Torymidae (Chalcidoidea) (Fig. 9).

Flesh flies (n = 56) were most prevalent in the samples, followed by carpet beetles (n = 41) and chalcid wasps (n = 9), while only one blow fly was present (Table 1). The skin beetle larvae were numerous and we did not count them. Apart from the chalcid wasps, all insects found in the samples are associated with decomposition processes of human and animal bodies [8-11].

While blow flies visit dead bodies in earlier stages of decomposition [12, 13], flesh flies colonize corpses during the entire decomposition process [14-22]. In large cities, this is particularly true for corpses found in apartments.

Carpet and/or skin beetles and their larvae occur in later stages of decay (desiccation) and prefer drying organic tissue (including mummies, stuffed animals, etc.) on which they feed [23-26]. Chalcid wasps are predators of other insects that colonize corpses, such as the blow flies and flesh flies found in the samples [27]. They only appear later during the course of corpse colonization, as they do not colonize the corpse as such, but animals living on the corpse.

Individual adult, dead flies showed holes and erosions, which may have been caused by skin beetles and chalcid wasps. This is a further indication of prolonged colonization and/or the prolonged presence of insects colonizing corpses and attracted by the odor of corpses (Fig. 10).

Odor

As soon as the glass lids (i.e. the outermost packaging of the multi-packaged samples) were opened, the laboratory room was immediately filled with the typical smell of decomposition. All samples already gave off a distinct putrefactive smell through the closed bags. The smell of coffee or similar odors could not be detected in any of the two samples – even when the bags with the wooden samples were opened and the odor was tested directly with the nose.

No chemical analysis were performed as this had neither been asked by the client nor had this been necessary for our investigation.

Ammonia

The rapid ammonia test as an indicator putrefactive liquid gave a clear result after just a few seconds of immersion; according to the manufacturer, this normally takes longer (Fig. 11).

Regarding the landlord’s statements

Corpse odor and “stains”

According to the client, “all employees... [of the landlord] who were in the apartment as well as the... [the landlord’s] crime scene cleaner and pest controller [...] stated that there was no corpse odor, only the smell of sanded wood.” This is not correct for the discolored wood: It smelled very distinctly of a decomposing corpse. Irrespective of this, there may have been a strong odor of sanded wood or another odor in the apartment. However, the odor of the corpse must have been perceptible in the immediate vicinity of the wood.

Flies

The clients state: “On his second visit to the apartment, the crime scene cleaner and pest controller took about 3 - 5 specimens of the flies from the large room to have them identified by a biologist friend. We were not informed of the results of the investigation.” The landlord is said to have stated: “An expert confirmed to us that these flies must have come from outside and could not have developed in the apartment.” This statement is partly correct: The insects may have flown into the apartment from outside because they were attracted by the corpse odor serving as an attractant for these insects. They do not necessarily have to have developed there. They can also “only” feed or lay eggs on putrefying tissue. The presence of the skin beetles and adult flies indicates that the colonization/ flying of insects into the apartment, which was either littered with animal meat or had a human corpse, had been taking place for some time: These are so-called late corpse colonizers. All of the insects we examined only occur at corpse sites with decomposing corpses or in environments with a high meat content in old waste (animal or human corpse parts).

DISCUSSION

The insects studied here are either corpse colonizers or are clearly associated with decomposition processes or animals attracted by them.

We are not aware of any odor that is similar in composition to the type of corpse odor present here. A similar odor can occasionally arise from mountains of garbage, which must then consist mainly of meat scraps. Only then does this odor develop, and then only after sufficiently long “maturing”. The time required for this depends on the temperature: The warmer, the faster. Since the apartment in the video sent to us does not appear to be full of garbage, but empty, there would have to have been a large quantity of garbage with a high meat content.

The ammonia test is triggered by the presence of decomposable substances, not by “normal” wood floors or pieces. This shows that decomposition fluid (and not coffee) must have penetrated the floorboards.

We have a video from the apartment which shows that there are cracks in the floor, including where the body is supposed to have been lying. Decomposition fluid and pieces of tissue from the corpse may have entered the area under the floorboards through these cracks (puddle of fluid). Cadaveric fluid can penetrate the actual wood of unsealed floors and then remain there or under the wooden floorboards owing to the adhesive properties of the semi-liquefied cadaveric material.

From time to time, these kinds of contaminated floors are sealed to “encapsulate” the odor or treated with chemicals to dissolve or mask the odor (for example with the raspberry odor of Maskomal or similar). However, it makes more sense to remove the source of the odor; this is comparable to used baby diapers, which are also thrown away or cleaned and not covered up in order to mask the odor.

The collective occurrence of the insects from the apartment samples certainly indicates the presence of at least decomposition fluid, the odor of which attracted the animals. The putrefactive liquid must have been in the wooden floor in sufficient quantity and presumably over a longer period of time, otherwise only blow flies would be found, which colonize corpses at an early stage. Skin beetles and chalcid wasps appear as later corpse colonizers [28]: Carpet beetles and their larvae use dried organic tissue and dead insects (such as flies) as a food source. However, they are less commonly found in apartments with corpses and piles of garbage, as the soiled areas are usually cleared and cleaned quickly. Chalcid wasps in particular are then naturally no longer attracted: They colonize the juvenile stages of other insects.

The absence of blow fly larvae and their pupae in the samples and on the photos indicate that there is now no fresh, new organic material available for the blow fly larvae to feed on. None was found anyway.

As blow fly larvae usually seek out dark and narrow “hiding places” to pupate, fly pupae and larvae could also be found under floorboards and behind carpet rails. This can occur from time to time and sometimes leads to strange occurrences of flies for the residents. For example, an apartment can be cleared and cleaned, but the pupae of the flies are still hidden in cracks and the flies hatch from the pupae later (see case 2 „Empty Apartment“ [29]).

The “mixture” of dead flies, beetles and chalcid wasps in the apartment concerned here means that the animals were attracted by the smell of corpses and died in the apartment or that there was sufficient food (including corpse fluid). It is irrelevant whether these flies developed in the apartment (from larvae) or whether adult insects have flown into the home. The main reason for their appearance is that they are attracted by the smell of decay.

Conflict of interest

The authors declare that they have no conflict of interest.

References

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2. Hackston M.Key to the british families of superfamily Chalcidoidea (Hymenoptera); 2018, retrieved from https://sites. google.com/view/mikes-insect-keys/mikes-insect-keys/ keysfor-the-identification-of-british-hymenoptera-bees-and-wasps/ keys-for-the-identificaitonof-british-parasitic-wasps/keys-for-theidentification-of-british-chalcidoidea, June 13th 2024.

3. Hackston M. Key to the british superfamilies of Hymenoptera; 2019, retrieved from https:// sites.google.com/view/mikes-insectkeys/mikes-insect-keys/keys-for-the-identification-ofbritishhymenoptera-bees-and-wasps, June 13th 2024.

4. Hackston M. Key to UK species adapted and updated from van Emden (1954) Handbooks for the identification of british insects Vol X, part 4(a), Diptera Cyclorrhapha Calyptrata (1); 2019, retrieved from https://sites.google.com/view/mikes-insect-keys/ mikes-insect-keys/keys-for-the-identification-of-british-true-fliesdiptera/keys-for-the-identificationof-british-sarcophagidae, June 13th 2024.

5. Szpila K. Key for the identification of third instars of european blowflies (Diptera: Calliphoridae) of forensic importance. In: Amendt J, Campobasso CP, Goff ML, editors. Current concepts in forensic entomology. Heidelberg: Springer; 2010. p. 43-56.

6. Van en Oever R. Post-mortem vitreous ammonium concentrations in estimating the time of death. Z Rechtsmed. 1978;80:259-263.

7. Patel D, Dargan R, Burr WS, Daoust B, Forbes S. Identifying the early post-mortem VOC profile from cadavers in a morgue environment using comprehensive two-dimensional gas chromatography. Separations 2023;10:566.

8. Farrell JF, Whittington AE, Zalucki MP. A review of necrophagous insects colonising human and animal cadavers in south-east Queensland, Australia. Forensic Sci Int. 2015;257:149-154.

9. Ren LP, Deng HX, Dong SZ, Li JB, Hu XH, Cai FJ, Guo YD. Survey of indoor sarcosaphagous insect. Trop Biomed. 2017;34(2):284-294.

10. Diaz-Aranda LM, Martin-Vega D, Gomez-Gomez A, Cifiran B, Baz A. Annual variation in decomposition and insect succession at a periurban area of central Iberian Peninsula. JFLM 2018;56:21-31.

11. Al-Khalifa MS, Mashaly AM, Al-Qahtni AH. Insect species colonized indoor and outdoor human corpses in Riyadh, Saudi Arabia. Journal of King Saud University. Science 2020; 32:1812-17.

12. Byrd JH, Castner JL. Forensic Entomology: The utility of arthropods in legal investigations. 1st edition. Boca Raton: CRC Press; 2001. p. 45-46.

13. Bugelli V, Forni D, Bassi LA, Di Paolo M, Marra D, Lenzi S, Toni C, Guisiani M, Domenici R, Gherardi M, Vanin S. Forensic entomology and the estimation of the minimum time since death in indoor cases. J Forensic Sci. 2015;60:525-531.

14. Byrd JH, Castner JL. Forensic Entomology: The utility of arthropods in legal investigations. 1st edition. Boca Raton: CRC Press; 2001. p. 50-51.

15. Cherix D, Wyss C, Pape T. Occurrences of flesh flies (Diptera: Sarcophagidae) on human cadavers in Switzerland, and their importance as forensic indicators. Forensic Sci Int. 2012; 220(1- 3):158-163.

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19. Gunn A. The colonisation of remains by the sarcophagid fly Sarcophaga argyrostoma (Robineau-Desvoidy) (Diptera: Sarcophagidae). Forensic Sci Int. 2020;315:110465.

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21. Afifi FM, Abdelfattah EA, El-Bossiony GM. Impact of using Sarcophaga (Liopygia) argyrostoma (Robineau-Desvoidy, 1830) as a toxicological sample in detecting clonazepam for forensic investigation. Egypt J Forensic Sci 2022;12:37.

22. Hediyeloo S, Akbarzadeh K, Rezaei M, Oshaghi MA. Colonization pattern and thermal needs of immature phases of Sarcophaga argyrostoma (Diptera: Sarcophagidae): significance for estimating postmortem interval. Heliyon 2024;10:e26576.

23. Byrd, JH, Castner JL. Forensic Entomology: The utility of arthropods in legal investigations. 1st edition. Boca Raton: CRC Press; 2001. p. 66-67.

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27. Frederickx C, Dekeirsschieter J, Verheggen FJ, Haubruge E. The community of Hymenoptera parasitizing necrophagous Diptera in an urban biotope. J Insect Sci. 2013;13:32.

28. Benecke M. Six forensic entomology cases: description and commentary. J Forensic Sci. 1998; 43:1303.

29. Benecke M. Six forensic entomology cases: description and commentary. J Forensic Sci. 1998;43:797-805.

Autismus: Total-Verweigerung (PDA) & Kleinkinder mit unerwarteten Gewohnheiten

Mark und Ines sprechen über die angeblich totale Verweigerung jeder von außen an Autisten:innen und Autisten herangetragene Aufgaben, der so genannten PDA (Pathological Demand Avoidance). Dabei sollen alle Aufgaben, die von außen vorgeschlagen oder eingefordert werden, abgelehnt werden, sogar solche, die früher einmal Spaß gemacht haben. Obwohl das ganze kein offizielles Krankheitsbild ist, lesen wir sehr viel davon in den Autismus-Gruppen. Unsere Gedanken dazu könnt ihr nun hier anhören. Im Hintergrund flackern Nordlichter✨

"Mein Kind spielt alleine, hört nicht auf Erklärungen, wiederholt immer dasselbe, sortiert gerne, heult, wenn andere laut lachen und schleppt eine leere Zahn-Pasta-Tube mit sich herum. Was ist da los?" 👶 Mark & Ines antworten auf eine Frage von vorgestern in der prima Facebook-Gruppe "Autismus-Spektrum: Offener Austausch für alle Interessierten".

Podcast: Fall Raven Vollrath (Live Radio Tirol)

Podcast mit Mark → Tirol: Wahre Kriminalfälle, über die Tirol spricht. Life Radio Tirol präsentiert die spannendsten Fälle der Tiroler Kriminalgeschichte. Life Radio Tirol Redakteur Philipp Granbacher spricht mit Ermittlern, mit Journalistenkollegen, Vertretern der Staatsanwaltschaft oder auch mit Angehörigen. Heute: Ein geschlossener Akt. Ein Fall, den niemand mehr anfassen will. Doch Maryon und Günter Vollrath geben nicht auf. Sie kämpfen gegen ein System, das sie längst abgeschrieben hat. Wie überzeugt man einen Anwalt, der den Fall ablehnt? Wie bringt man einen Journalisten dazu, hinzusehen? Gemeinsam gelingt es ihnen, den Akt „Raven Vollrath“ wieder zu öffnen. Was folgt, ist ein Wettlauf gegen die Zeit, voller Rückschläge und unerwarteter Wendungen. Am Ende steht ein Prozess, bei dem alles auf dem Spiel steht. Und obwohl die Chancen gleich null sind, gelingt ihnen das Unmögliche: Gerechtigkeit. 

Hitlers Erbgut (DNA): Kallmann-Syndrom

Neues zu Hitlers Schädel und Erbgut (Auf dem Foto seht ihr mich in Moskau mit einem Schädel-Stück von Hitler und der Sofa-Lehne, auf der er sich und seine Ehe-Frau erschossen hat.)

»Sa, 15.11.2025, Geschichte Fernsehen Medizin Forschung Wissenschaft Medien DNA:  Hitlers Blut im Labor - Kriminalbiologe sieht valide Probe /  Britische Forscher wollen aus einer alten Blutprobe Hitlers neue Rückschlüsse über den Nazi-Diktator und seine sexuelle Gesundheit ziehen. Doch wie belastbar sind die Erkenntnisse? 

London (dpa) - Der bekannte Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke schätzt die in einer britischen Dokumentation verwendete Blutprobe zur Analyse von Adolf Hitlers DNA als valide ein. Die Probe in dem Film «Hitler's DNA: Blueprint of a Dictator» stammt von einem Sofa, auf dem sich der Diktator im Führerbunker erschossen haben soll. Er habe von einer anderen Stelle, der seitlichen Lehne, ebenfalls einen Abrieb gemacht, sagte Benecke der Deutschen Presse-Agentur.

Benecke hatte im Moskauer Staatsarchiv Zugriff auf diesen Teil des Sofas. In der Dokumentation wird zur Sequenzierung der DNA ein Stofffetzen mit Blut verwendet, der inzwischen in ein US-Museum gelangt ist. Er soll im Führerbunker von einem US-Soldaten gesichert worden sein. Hitler hatte sich am 30. April 1945 das Leben genommen. Der Beweis, dass das Blut auf dem Sofa Hitlers Blut ist, soll bereits 2008 durch einen Vergleich mit der DNA eines Mannes mit gemeinsamen Vorfahren väterlicherseits erbracht worden sein, berichteten mehrere britischen Medien begleitend zur Dokumentation, die an diesem Samstag im Vereinigten Königreich ausgestrahlt wird.

Den Berichten zufolge kommt das Forschungsteam der Doku zu der Analyse, in Hitlers Erbgut Hinweise auf das Kallmann-Syndrom entdeckt zu haben. Bei Menschen mit diesem Syndrom bleibt die Pubertät aus oder verläuft nicht vollständig. Bei Jungen entwickelt sich daher zum Beispiel nur wenig Körperbehaarung, der Stimmbruch kann ausbleiben. Auch die weiteren Geschlechtsmerkmale können sich nicht wie üblich bei Erwachsenen ausbilden.

Betroffene können außerdem nichts riechen oder ihr Geruchssinn ist stark vermindert. Bekannt sei, dass Hitler starken Mundgeruch hatte, diesen aber offensichtlich nicht selbst wahrgenommen hat, sagte Benecke. Hitler sei nahe an andere Menschen herangegangen und habe beispielsweise Witze erzählt. «Das hätte er vielleicht nicht gemacht, wenn er es selbst gerochen hätte», sagte der Sachverständige für biologische Spuren.«

Mit freundlicher Genehmigung der dpa 

Die Akte der magischen Zeichen

Quelle: YPS Nr. 1284, 1/2025

→ Hier gibt es den Artikel als .pdf

Eine universal-kriminalistische Untersuchung alter Yps-Ausgaben mit Mark Benecke.

Die Uhr zeigt zwölf Uhr Mittag, als der vielgefragte Kriminalbiologe und Comic-Fan Mark Benecke die Räume der Yps-Redaktion betritt. Beim Anblick dieses Einsatzortes kann er sich ein Lächeln nicht verkneifen. Mit schnellen Schritten läuft er auf seinen heutigen Tatort zu: ein Tisch, auf dem fächerartig alte Yps-Ausgaben ausgebreitet sind, die den Duft der Kindheit verströmen.

Im Hintergrund wird eine Kaffeemaschine gereinigt. Sie tönt wie eine Dampflokomotive. Die Aufzeichnung dieser Yps-Untersuchung muss warten, bis sich der Lärm der Säuberung legt.

Der Kriminalbiologe verliert derweil keine Zeit beim Eindrücke-Sammeln und steckt schon mitten in der gegenseitigen Befragung mit den anwesenden Yps-Redakteuren. Er erzählt ihnen, wie er als kleiner Junge zum Kiosk von Frau Michelmann in Köln-Zollstock gelaufen ist, um sich Yps-Hefte zu kaufen. Für jede Ausgabe hat das Geld in der Tasche nicht gereicht, aber für fast jede zweite. Mark ist also schon sehr früh mit Yps in Berührung gekommen und vorbelastet.

Das äußert sich sofort: Er schwelgt spontan in Erinnerungen an viele Gimmicks von damals. Eins interessiert ihn besonders: Eine Art Moosgummi-Maschine, aus der ein 10-Mark-Schein herauskam. Es war nicht die populäre Geldmaschine, die vorgab, ein leeres Papier in einen Geldschein zu verwandeln. Mark suchte privat lange nach dem einzigartigen Gimmick seiner Erinnerung, er hatte schon die Befürchtung, dass manch einer ihn für verrückt hält. Die Yps-Redaktion tut das nicht, sie nimmt sofort Nachforschungen auf: Sie stößt dabei auf die Zauberbrieftasche für Geld-Hexereien aus Yps Nr. 373.

Doch weiter führen die Ermittlungen nicht, denn just in dem Moment entdeckt Mark unter den vielen Ausgaben ein weiteres Gimmick, das ihn in seine Kindheit katapultiert. Er zeigt darauf: „Hier hat mich der totale Flash gepackt“ Die Wunderschrumpffolie – genau die hatte ich! Ich habe mir daraus eine Pif-Anhänger gemacht!“

Seine Begeisterung ist zu spüren. Ein Zeitfenster der Gefühle von damals ploppt auf. „Mit Yps war ich in meiner eigenen Welt, für die sich andere gar nicht so sehr interessiert haben!“ Er ist sich sicher, in dieser Phase ein leidenschaftlicher Comic-Fan geworden zu sein, und gesteht: „Es wurde ein Spezialinteresse von mir, das auch gefährlich sein kann. Zum Beispiel, wenn man alle Ausgaben einer Serie sammeln will. Das musste ich mir sofort abgewöhnen.“ Heute liest er immer noch viele Comics und verschenkt Exemplare auch an Bibliotheken, damit sie weitergelesen werden können.

Die anwesenden Redakteure fragen nach, ob Yps bei Mark als Kind auch den Forschergeister geweckt hat. Doch das beurteilt der Forensiker anders: „Yps hatte nicht nur eine kurzfristige, sondern auch eine langfristige Wirkung aufs Gemüt.“ Das belegt er auch umgehend: „Ich trage erstaunlicherweise noch viele Dinge mit mir, die es früher auch als Gimmick bei Yps gab!“ Seine Hände greifen in eine der vielen Jackentaschen und er zaubert eine Pfeife und ein Lupen-Set heraus.

Letzteres sieht aus wie ein Schweizer Taschenmesser: viele unterschiedliche Gläser, die übereinander geschichtet sind und sich auseinander spreizen lassen. Damit vergleicht er die Vergrößerungsleistung des Gimmicks aus der Ausgabe Nr. 511: dem Insekten-Mikroskop, das vor ihm auf dem Tisch steht. „Nicht schlecht“, befindet er. Noch begeisterter ist er aber von der Trägerschale des Gimmicks. Es hat eine Einbuchtung, damit die zu untersuchenden Tiere nicht gequetscht werden. „Eine clevere Lösung“, befindet Mark und nimmt gleichzeitig die abgedruckten Insekten der Ausgabe unter die Lupe: „Das hier ist eine Assel, – kein Insekt. Insekten haben sechs Beien, macht aber nix! Dafür ist daneben eine sehr schöne Goldfliege! Großartig! Und eine Waldameise.“ Der Kriminalbiologe ist auf der Suche nach weiteren Details, die es zu entdecken gibt: „Hier steht, dass die Kinder die Insekten nach der Beobachtung freilassen wollen. Sehr gut.“

Mit der Lupe in der Hand geht die Spurensuche weiter. Der auf Kleinigkeiten geschulte Blick des Forschers wandert erneut über die vor ihm ausgebreitete Sammlung alter Yps-Ausgaben. Jedes einzelne Objekt kann der Forscher mit einer Geschichte verbinden und er fragt sich, wie das möglich ist. Wurde das so vorbereitet? Und falls ja, wer wusste, mit was sich Mark vor Jahrzehnten im Kinderzimmer befasst hat? Sein Finger zeigt auf die Ausgabe mit dem Überlebens-Set: „Haargenau dieses Hemd habe ich bei meinem ersten Auslandseinsatz 1994 auf den Philippinen getragen!“ Freudestrahlend und mit fragendem Blick nimmt der das Heft in die Hand. Der anwesende Redakteur, der den Tatort vorbereitet hat, beschwört, dass die Auswahl der Magazine etwas Zufälliges hat, und bittet ihn, das Gimmick „Überlebens-Set“ genauer anzuschauen und auf seinen Zweck zu prüfen.

Mark nimmt das Gimmick in die Hand: „Ein Morsespiegel, ein Brennglas, eine reißfeste nylonschnur, Verbandpflaster und Traubenzucker…“, nach einer kurzen Pause merkt er auf: „… tatsächlich, unser Sport- und Englischlehrer, Herr Mevenkamp, hat damals gesagt, dass Traubenzucker zum Überleben eine gute Sache ist. Nicht nur, dass man dann auf einmal wieder Energie im Blut und im Körper hat, es reicht schon der Glaube daran.“

Er blättert durch die Zeitschrift. Die Leserpost von damals hat es ihm sofort angetan. Ein Zeitdokument. Er liest einen Leserbrief von damals vor: „In Ausgabe Nr. 340 schrieb ein Junge, dass er die Platte von Mecki Spaghetti einsame klasse findet. Wenn ich so etwas lese, frage ich mich, wo der Verstand ihrer Leser geblieben ist.“ Mark unterbricht sich mit einem Lachen: „Aha, es wurden kritische Briefe gedruckt.“ Dann liest er gleich noch einen zweiten Leserbrief vor: „Ich bin begeisterter Yps-Leser und glaube, dass Yps noch gelesen wird, wenn die Marsmenschen die Erde bevölkert haben!“

Dann entdeckt der findige Forscher den „echten Zauberer, der aus dem Fernsehen bekannt ist“ und auf der Titelseite der Ausgabe Nr. 219 abgebildet ist. Doch weder Mark noch eine andere Person im Raum können sich an den bekannten Fernsehzauberer erinnern. Allerdings fällt Mark sofort die spannende Geschichte von Harry Houdini ein, einem der bekanntesten Illusionskünstler, die es jemals gab. „Er war befreundet mit Arthur Conan Doyle, der wiederum Wissenschaftler war und Sherlock Holmes erfunden hat. Houdini und Doyle haben sich irgendwann zerstritten, weil Doyle behauptet hat, Houdini sei ein echter Zauberer! Houdini bestand aber darauf, ein Illusionskünstler und kein Zauberer mit übersinnlichen Kräften zu sein. Dann war die Freundschaft kaputt. Total verrückt! Einer der größten Aufklärer, Arthur Conan Doyle wollte an Magie glauben.“

Dann ist der Fall abgeschlossen. Das Ergebnis der Untersuchung braucht Zeit, um seine Wirkung zu entfalten: Alte Yps-Ausgaben aktivieren magische Verbindungen zu Erlebnissen, Erinnerungen und Wissen und lassen diese lebendig werden.

Eine andere Frage an diesem Nachmittag bleibt dafür ungeklärt. Mark will wissen „warum das Yps-Känguru kariert ist. Wurde es auf Karo-Papier gezeichnet? Als Kind habe ich das einfach so hingenommen.“ Die Redakteure können diese Frage nicht beantworten. Vielleicht klären sie diesen Fall bis zur nächsten Woche auf!


Michael "Bully" Herbig, Michael Holtschulte, Oliver Kalkofe und Dr. Mark Benecke sprechen über ihre Erlebnisse mit dem Kult-Magazin und den Gimmicks und dem Zeitgeist der 70er und 80er, als Yps seine Blütezeit erlebte. EUROPA-Hörspiel-Ikone Heikedine Körting und "Die drei ???"-Sprecher Oliver Rohrbeck erzählen vom goldenen Zeitalter der Hörspielkassette und Yps-Mitschöpferin Hannelore Müller-Scherz berichtet aus der Entstehungszeit des Magazins nebst Schöpfung des karierten Kängurus. In einem klassischen Yps-Magazin, wie Fans es aus ihrer Kindheit und Jugend kennen, dürfen neben Witzen, Rätseln und Bastelspaß natürlich auch die Comics nicht zu kurz kommen. Die Yps-Redaktion hat für das 2025er-Heft ein Wiedersehen mit Yps, Kaspar, Patsch und Willy, dem Yps-Fernseh-Team Yinni + Yan, Pif und Herkules sowie Ben's Bande zusammen gestellt.

Rechtsmedizin: Instituts-Zusammenlegungen 👩🏼‍⚕️

11. Nov. 2025

Immer mal wieder ziehen dunkle Wolken über das Fach Rechtsmedizin: Es soll gestrichen, gekürzt und zusammen gelegt werden.

Nun hat der Wissenschafts-Rat eine seltsame Anmerkung getätigt, zu der die beiden Präsidentinnen der DGRM (Deutsche Gesellschaft für Rechtsmedizin) und des Berufsverbandes der Rechtsmediziner:innen etwas sehr richtiges mitteilen. Laut Wissenschafts-Rat sei "die Rechtsmedizin kaum oder wenig im Gesundheitssystem verankert, ihre dritte Leistungsdimension ist neben der Forschung und der Lehre nicht die Krankenversorgung im eigentlichen Sinne".

Das ist falsch.

Ich bin seit etwa dreißig Jahren Mitglied der DGRM und habe in vielen Ländern mit Rechtsmediziner:innen zusammen gearbeitet.

Die Wahrheit ist diese:

"Tatsächlich ist die Rechtsmedizin integraler Teil der Versorgung gewaltbetroffener Menschen im Gesundheitssystem. Die sog. vertrauliche Spurensicherung einschließlich einer gerichtsverwertbaren Verletzungsdokumentation ist mittlerweile als „Krankenbehandlung“ (SGB V, §27) anerkannt und wird für gesetzlich Versicherte durch die Krankenkassen übernommen. 

Rechtsmedizinische Ambulanzen und Kinderschutzhäuser sind fest als Anlaufstellen für Betroffene etabliert; hier geht es um die Verletzungsdokumentation, Spurensicherung und Diagnosebestätigung „Folge von Gewalt“, wie auch um Beratung zu psychosozialer Unterstützung und Anbindung, z. B. an Traumaambulanzen. Die Rechtsmedizin hat Systeme zur Flächenversorgung mit diesen Leistungen entwickelt.

Rechtsmediziner:innen sind beratend für Kliniken und niedergelassene Ärzt:innen tätig (Kompetenzzentrum Kinderschutz in der Medizin, Köln; Gewaltschutzambulanz und Kompetenzzentrum für Kinderschutz am UKE, Hamburg) und allerorten in Kinderschutzgruppen und Gewaltprävention eingebunden. Erkenntnisse aus Todesfallanalysen (z. B. zum Drogenkonsum, häusliche Gewalt, Suizide) fließen unmittelbar in gesundheitspolitische Maßnahmen ein.

Durch die rechtsmedizinische Aufarbeitung von potentiellen Behandlungsfehlervorwürfen wird ein wesentlicher Beitrag zur Patientensicherheit und Qualitätssicherung im Gesundheitssystem geleistet.

Rechtsmediziner haben durch Forschung zu den Risikofaktoren für einen Plötzlichen Kindstod (SIDS) zu dessen Inzidenzrückgang aktiv beigetragen."

Das alles kann ich nur bestätigen. Setzt euch dafür ein, dass nicht noch mehr Institute für Rechtsmedizin geschlossen werden.

Herzlich euer: Mark

Stücker & Benecke: Absymal Affairs

Meldung aus dem ORKUS-Newsletter (November 2025):

BIANCA STÜCKER & MARK BENECKE reinterpret classics

Photo: Chelsea B.

Multi-instrumentalist and singer Bianca Stücker and forensic biologist Mark Benecke worked together for the first time in 2018 for the single “A Velvet Morning”. 

“Henry Lee” is the first single from their fourth EP “Abysmal Affairs”, which will be released on January 9, 2026. 

In our winter edition, we talk to the dream team about the new EP, fatalities that lead to legendary memories including a female musicologists trapped in stalactite caves as well as glittering hearts as an expression of emotion and … oh! It’s just going to be wonderfully crazy, colorful, entertaining and interesting again.

Ausstellung 'SCHLEIM' (Charité Berlin 2025/2026)

Berliner Medizinhistorisches Museum

Schleim ist enorm vielseitig, etwa als Gleitmittel, Klebstoff oder Schutzbarriere im Körperinneren. Seine scheinbar simple Struktur macht Schleim wandlungsfähig und damit unersetzlich für viele Körperfunktionen.

Biologische Schleime sind meist Hydrogele und bestehen aus wenig mehr als Wasser, das in molekularen Ketten liegt. Wenn einer der essenziellen Schleime versagt, können Infektionen und andere Krankheiten auftreten. Auch deshalb werden Hydrogele in der biomedizinischen Forschung immer wichtiger.

Schädel-Modell von Mark Benecke: Claudia Rindler | Fotocredit: Ines Fischer

Wir betrachten Schleim mit ambivalenten Gefühlen. Beim Sex stört er eher nicht, zieht jemand den Schleim wieder in die Nase hoch, finden wir das eklig.

In dieser Ausstellung folgen wir ganz unterschiedlichen Schleimspuren – biologisch, historisch, kulturell – und decken die Geheimnisse dieser unterschätzten Körperflüssigkeit auf.