2015 Volksbegehren Brandenburg gegen Massentierhaltung

Quelle: Wir sind das Volksbegehren 2015/2016
Von Mark Benecke

Menschen lieben Freiheit und kämpfen dafür. Manche tun dabei aber so, als gehören Schweine, Rinder und Hühner nicht zur Menschenwelt, sondern wären irgendwas ganz anderes, das man zusammenpferchen und nach Belieben ausbeuten kann. 

Das ist sachlich falsch — wir Menschen sind nur ein winziger Teil eines fantastischen, wunderschönen, einmaligen Lebenskreislaufes voller Luft, Wasser, Bäume, Fliegen, Schnecken, Kühe, Steine, Bakterien und Sonne. Das ist eine hart biologisch bewiesene Tatsache, kein Drogentraum oder Rumgespinne (Literaturhinweise hierzu in der Fußnote). Warum also nicht das einfachste tun, das Menschen sofort und mühelos ändern können, um mehr Frieden, Ruhe, Gerechtigkeit und Liebe in die Welt zu bringen: Die Massenhaltung von Tieren abschaffen. Einfacher geht es nicht. 

Es gibt vieles, das weniger klar ist: Was wäre eine perfekte Regierung, was wären perfekte Eltern, wieviel Energie soll ich verbrauchen, wie ist das Verhältnis von Prävention zu Strafverfolgung, ist Biogemüse bio, weil es im Mondlicht geernet wurde und vieles mehr. Aber eins ist genetisch und psychologisch sicher: Rinder und Schweine unterscheiden sich so wenig von Menschen, dass es schlichtweg ein Ausdruck von Hass und aktivem Wegsehen ist, Tiere zu behandeln, als seinen sie zwei- oder vierbeinige Münzrollen, Sklaven oder Maschinen. Ach halt, Maschinen behandeln wir ja schon mit mehr Güte und Vorsicht als massenproduzierte Lebewesen... 

Nochmal: Es ist nur ein winziger Schritt, die völlig überflüssige Massentierhaltung zu beenden, unser Herz zu öffnen und die naturwissenschaftlich gut untersuchte Tatsache, dass wir Menschen nicht mehr und nicht weniger sind als Gäste in einem biologischen Geflecht, schrittweise umzusetzen. Zack! Es ist schließlich 2015, nicht 1955, oder?


  • Bascompte, J., Jordano, P., Melian, C.J., and J.M. Olesen. (2003) “The nested assembly of plant-animal mutualistic networks.” Proceedings of the National Academy of Sciences, 100: 9383-9387; Campbell, V.; et al. (2011). "Experimental design and the outcome and interpretation of diversity-stability relations". Oikos 120: 399–408; Dunne, J.A.; et al. (2002). "Network structure and biodiversity loss in food webs: robustness increases with connectance". Ecology Letters 5: 558–567; Vazquez, D.P., Melian, C.J., Williams, N.M., Bluthgen, N., Krasnov, B.R., and R. Poulin. (2007) “Species abundance and asymmetric interaction strength in ecological networks. Oikos”, 116; 1120-1127.